Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild
Bräuer & Co. (ABC)
Firmengeschichte

Bräuer & Co. (ABC)

„Postalisch zugelassene ABC-Rundfunk-Empfänger“ nannte die Aktiengesellschaft „Adolf Bräuer & Co.“ ihre Detektor- und Röhrenapparate.

Die schon 1919 als „Werkstatt für Feinmechanik“ gegründete Firma Gebrüder Bräuer erweiterte ihr Fabrikationsprogramm um elektrische Kleinmotoren und Apparate. Ende 1923 hatte diese Erlanger Firma die Telefunken-Lizenz und Anfang 1924 war sie mit den ABC-Empfängern über Generalvertretungen in Berlin und Frankfurt auf zwei Messen vertreten.

Bereits im Laufe des ersten Rundfunkjahres jedoch endete die Radioproduktion in den Erlanger Werkstätten. Auf der großen Berliner Funkausstellung im Dezember 1924 suchte man das Fabrikat vergebens und in den Radio-Adreßbüchern bis 1927 konnte man zwar noch die Adolf Bräuer & Co. AG. finden, jedoch ohne jeden Hinweis auf Rundfunk-Erzeugnisse. Röntgen- und elektromedizinische Apparate sollten wohl nach dem Radio gefertigt werden, aber erfolgreich scheint Bräuer auch mit diesen nicht gewesen zu sein.

Sicher waren es wirtschaftliche Gründe, die ihn veranlaßten, mit der Firma Hofmann zu kooperieren. Fritz Hofmann (siehe „Friho“) hatte Fabriken in München und Erlangen, in denen er medizinische Geräte und auch Detektorapparate produzierte. Eine Zusammenlegung der beiden gleich gearteten Fertigungen schien erfolgversprechend. Man gründete (als Nachfolgerin der Berliner Abag) die „Hofmann-Bräuer Erlangen Aktiengesellschaft“ mit Sitz in München – in der Schwanthaler Str.10, dem Stammhaus der Fritz Hofmann AG. Im 1929er Fach-Adreßbuch steht diese Firma unter „Detektoren und Kristalle“ – Erzeugnisse von ihr sucht man indes vergebens. Schon 1928 hatte Hofmann durch Fusion die Bräuer & Co. AG übernommen, 1931 endete sie mit einem Konkurs.

Zurück zu Adolf Bräuer in Erlangen. Er meldete sein Gewerbe im Juni 1936 ab, doch schon im Oktober desselben Jahres ließ er erneut eine „Werkstatt für Feinmechanik und Elektrotechnik“ eintragen. Natürlich ohne Radiofertigung.

ABC war nicht die einzige Marke, die schon im ersten Rundfunk-Jahr wieder vom Markt verschwand. ABA, Aera, Aereton (alle Berlin) oder Afag (Chemnitz) sind nur vier aus der endlosen (alphabetisch geordneten) Liste früher Radiohersteller, die am „Radio-Himmel“ zu den kurzlebigen Sternchen zählten. Adolf Bräuer war unter ihnen nicht einer der Kleinsten.