Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild
Birgfeld
Firmengeschichte

1923/24 galt die Berliner Telephon- und Telegraphenbau AG von W.A. Birgfeld als eine der renommierten Firmen, welche sich die Herstellung hochwertiger Radios zum Ziel gesetzt hatten. Ihre Gründung lag schon zwei Jahre zurück, der Initiator hieß Julius Kräcker (ihm gehörte auch die „Signalapparatefabrik Julius Kräcker AG“). Den Vorsitz des Birgfeld-Aufsichtsrats hatte der Reichspostminister a.D. Johann Giesbertz inne, Dr. Eugen Nesper zählte zu dessen Mitgliedern. Aber – um es vorwegzunehmen – hochkarätige Persönlichkeiten, zumal, wenn es sich um Beamte und Wissenschaftler handelt, bürgen sicher nicht für den Geschäftserfolg.

Birgfeld fabrizierte neben Empfangsapparaten auch Zubehörteile und Lautsprecher, Nesper war in die Konstruktion eingebunden. Nach seinen Baumustern fertigte Birgfeld u.a. den einstellbaren, im Kapitel „Lautsprecher“ abgebildeten Kopfhörer.

Birgfelds erstes Gerät für den Rundfunk war der Empfangsapparat KA, ein Detektorempfänger, der durch Aufstecken einer Röhrenfassung (altdeutscher Sockel für R.E.16) zum Audion umgestaltet werden konnte. Ihm folgte im Januar 1924 das erste Schrankmodell KA II

Vertrieben wurden die Geräte durch die Broadcast-AG, welche ebenso kurzlebig war, wie die Firma Birgfeld selbst. In seinem Fachbuch „Der Radio-Amateur“, sechste Auflage vom Frühjahr 1925 berichtet Dr. Nesper zwar noch über einen Birgfeld-Zweiröhren-Reflexapparat, doch im Inseratenteil desselben war die AG schon nicht mehr vertreten. Das Einröhren-Audion mit aufgesteckten Spulen und ein NF-Verstärker dazu zählten zu den letzten, im Spätjahr 1925 produzierten Birgfeld-Erzeugnissen.