Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild
Bayrische Telefonfabrik AG
Firmengeschichte

Unter der Schirmherrschaft der Telefonfabrik AG, vormals J.Berliner wurde 1918 die Bayerische Schraubenfabrik gegründet – ab 1920 nannte man sie Bayerische Telephonfabrik AG (BTA). Fortan sollten Telephonapparate und sonstige Erzeugnisse der Schwachstromtechnik hergestellt werden.

1922 beteiligte sich die Berliner C.Lorenz AG (per Aktientausch und Einlage) mit ca. 20%. BTA-Eigenentwicklungen beschränkten sich auf den Telefon-Sektor (auch Kopfhörer und Kopfhörerverteiler), bei den Rundfunkempfängern handelte es sich um Lorenz-Konstruktionen. Ob sie von Lorenz bezogen oder im Münchner BTA-Werk zusammengebaut wurden, ist nicht aktenkundig, sicher ist nur, daß man die nachfolgend abgebildeten Geräte zweifelsfrei als Lorenz-Modelle erkennt. Die Bayern mit der Generalvertretung zu betrauen, hatte einen plausiblen Grund: im „Freistaat“ hatte man eigene Vorstellungen darüber, welchen Firmen die Vertriebsgenehmigung für Rundfunkgeräte zu erteilen sei (man schloß sich nicht den Entscheidungen der „Preußen“ an). Also verabschiedeten die Berliner Behörden 1923 die „Bedingungen für die Zulassung zur Herstellung und zum Vertriebe von Empfangsgerät für Rundfunkverkehr in Deutschland – ausgenommen Bayern“. Durch das Lizenzübereinkommen mit der BTA sicherte sich Lorenz die Zulassung für Bayern.

Die Geschäftserfolge ließen wohl zu wünschen übrig; aufgrund eines Gesellschafterbeschlusses vom Mai 1927 wurde der Betrieb „wegen der ungünstigen Aussichten für die Schwachstromindustrie“ stillgelegt. Restbestände „erstklassiger Radio-Apparate und Zubehör“ waren gem. Inserat der „Müchner Neuesten Nachrichten“ schon im Oktober 1926 „unter Ausschluß jeglichen Zwischenhandels“ zu Selbstkostenpreisen verkauft worden.