Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild
Baduf
Firmengeschichte

Die Uhrenfabrik in Furtwangen/Schwarzwald existierte schon im vorigen Jahrhundert. 1881 entstand die erste Firmenkonstellation durch den Zusammenschluß der Firmen Rombach und Ketterer und 1889 schließlich – nach Vereinigung mit der Gütenbacher Firma Leo Faller am Bach & Sohn – die „Badische Uhrenfabrik Furtwangen AG“.

Uhren aller Art wurden dort gefertigt und in den Zwanzigern, als die Kunde vom Rundfunk in die südwestlichen Gefilde der Republik drang, erfaßte das „Radiofieber“ auch Baduf.

Sie war nicht allein infiziert, in der südbadischen Ecke gab es zahlreiche Leidensgenossen. In Deißlingen: die Firma E. Manger & Co., welche zur Radio-AG wurde, in Trossingen: das Radiowerk A. Laukart bzw. die Omega Radio-GmbH, in St. Georgen: die Metallwarenfabrik Wilhelm Jäckle (Panaurika), in Schwenningen: die Fernwellen-Apparatebau-AG (Telaku), die Firma M. Jauch (Electron), und die AG für drahtlose Telefonie (vormals A. Schmid-Schlenker), die sich schon 1924 mit der Deißlinger Radio-AG zur Radio-Telefonie GmbH zusammentat; in Villingen: die Kaiser-Uhrenfabrik und die Schwarzwälder Apparate-Bau-Anstalt (SABA), in Freiburg: die Radiowerke Freiburg (Neugründung der Draht- und Kabelwerke) und Radiobau Martin Frey, und in Furtwangen außer der Badischen Uhrenfabrik noch die Firma B. Ketterer Söhne.

Von der Kopfhörerfertigung abgesehen, blieben nur drei der Firmen im Rennen: Radiobau Frey, SABA und Baduf.

Martin Frey (mit Telefunken-Bauerlaubnis) hielt sich im Rahmen eines Kleinbetriebs, der Radios noch bis 1929 fertigte und sich dann an der Frey-Radio-GmbH beteiligte, die in Berlin aktiv wurde (siehe Frey und Lindström).

Das SABA-Lieferprogramm konnte sich 1925/26 noch nicht mit dem der Furtwanger Fabrik und deren Zweigwerke in Gütenbach messen – Baduf fertigte auch Radio-Schaltuhren, Meßinstrumente, Lautsprecher, Schalldosen, Variometer und eben schon betriebsbereite Ein- und Mehrröhrengeräte, auch für Kurzwellenempfang. Aber schon mit den Bausatzgeräten ging SABA in Führung. Als die Villinger dann 1927 die Telefunken-Bauerlaubnis erhielten, nahm ihre Umsatzkurve ab 1928/29 etwa denselben Verlauf wie die der Baduf, mit dem kleinen Unterschied, daß die eine nach oben und die andere nach unten zeigte.

Saba war 1932 zum Branchenführer geworden, Baduf mußte im gleichen Jahr das Konkursverfahren eröffnen. Ein kleiner Trost: all die anderen oben erwähnten südbadischen Radiofirmen sind ebenfalls dahingeschieden. SABA allein überlebte alle Krisenzeiten – bis Anfang der Neunziger.

Baduf-Detektor- und Röhrenempfänger zählen zu den Sammler-Raritäten; Lautsprecher, Drehkondensatoren, NF-Trafos u.a. Einzelteile kann man gelegentlich noch finden (siehe auch Abbildungen unter „Radiobastler-Einzelteile“).