Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild
Apparatebau Backnang
Firmengeschichte

Das Unternehmen war aus der Firma Seeliger & Co. hervorgegangen, welche Spulensätze und Lautsprecher (auch tropenfeste mit Kunststoffmembran) herstellte. In der Silvesternacht 1947/48 verunglückte Dr. Seeliger tödlich.

Kurt Fritze, der zuvor Entwickler bei Straßfurt war, sorgte im Folgejahr für die technische Betreuung der Fabrikation in der „Knappschen Mühle“ und entwickelte dort Rundfunkgeräte. Finanzier war der Lederfabrikant Carl Kaess. Die ab 1. Oktober 1948 „Apparatebau Backnang“ genannte GmbH präsentierte Ende 1949 ein beachtliches Geräteprogramm.

„Star-Radio“ wurde als Markenname gewählt. Das Spitzengerät hieß Saturn 50, eine Neunkreis-Elfröhrentruhe mit UKW-Vorsatz und 14 Drucktasten (7 KW-Bänder) zum Preis von 1.480 DM. „Das größte deutsche Allstromgerät“, schrieb die Fachpresse 1949/50; zwei CL 4 saßen in der Gegentakt-Endstufe. Vergeblich wird er vom Sammler gesucht...

1950 wurden die Backnanger bescheidener. Neben vier kleineren Geräten gab es aber doch noch den interessanten Star-Sirius-Ultra. Auch ihn findet man nicht mehr, den Achtkreis-Vorstufensuper mit Sechsfach-Spulenrevolver.

Nachdem auch mit diesem Programm die Gewinne ausblieben, vereinbarte Carl Kaess mit seinem Jagdfreund Fritz Möst, den Betrieb in die Funktechnischen Werke Füssen einzugliedern. 1951 wurde das Geschäft abgewickelt (siehe Heroton).