Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild
Anker-Radio
Firmengeschichte

Gustav Pantaleon Lang und seine Frau Henriette waren schon 1914 Inhaber einer chemischen Fabrik in Offenbach. In ihr wurzelte die von Gustav Heinrich Lang im April 1923 gegründete „Chemisch-Technische Industrie-Ges.m.b.H.“

Für seinen offensichtlich vom Radio-Fieber infizierten Sohn, Dr. Karl Lang, errichtete der Vater Gustav Heinrich ein radiotechnisches Entwicklungslabor – quasi als Spielwiese. Installiert wurde es in einem ehemaligen Pferdestall auf dem Grundstück des Langschen Wohnanwesens am Offenbacher Isenburgring.

Dieses Labor wurde zum Grundstein für die „Anker-Rundfunkfabrik“, einer Abteilung der Chemisch-Technischen Industrie-Gesellschaft. Firmensitz und wohl auch Produktionsstätte war die Frankfurter Straße 59–61 in Offenbach am Main. Außerdem eröffnete dort Willy Lang ein Spezialgeschäft für Radio-Apparate und Zubehör. Das Lieferprogramm umfaßte sowohl Einzelteile für den Bastler, als auch Bausätze und komplette Empfangsgeräte.

Bekannt sind die drei Typen: Anker-Volksapparat 25, Orthoflex und Miradyn. Dieser Super-Heterodyne-Empfänger wurde auch zum Selbstbau in Einzelteilen angeboten und bis 1927 gab es ihn abgemagert als Miradyn-Standard. Danach dürfte die Produktion ausgelaufen sein.

Radioartikel wurden in der Frankfurter Straße noch bis 1931/32 vertrieben, danach verkaufte Willy Lang dort Geschenk- und Porzellanwaren. Der sowohl technisch als auch merkantil glücklose Dr. Karl Lang wechselte in die Politik und wurde schließlich Offenbachs zweiter Bürgermeister. 1934 erfolgte auch die Auflösung der restlichen „Chemisch-Technischen Industrie-Ges.m.b.H.“