Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild
Akkord
Firmengeschichte

Warum soll sich eine Firma, die Kofferradios produzieren will, nicht einen „musikalischen“ Namen geben?

„Akkord-Radio“ nannte deshalb die „Gerätebau A. Jäger & Söhne“ ihre 1948 in Offenbach a.M.-Bieber gegründete OHG und stilisierte ihr frühes Firmenlogo in Notenform.

Der erste, 1949 noch mit DCH 25, DF 11, DAF 11 und DL 11 bestückte Koffersuper hieß Camping. Besonders erfolgreich wurden A. Jäger & Söhne ab 1950 mit ihren Offenbach-Typen, mit Röhren der neuen D-90er-Serie. Es gab sie in Standard- und Luxusausführung. Bei den Gehäuseüberzügen aus echtem Leder standen sicher die weltbekannten Offenbacher Lederwaren Pate. Diese Modelle waren besonders bei den Damen beliebt.

Manch anderer Neuling versuchte in der Nachkriegszeit, mit Kofferradios ins Geschäft zu kommen, erfolgreich wurde nur die Firma Jäger & Söhne mit ihren Akkord-Empfängern. Ihr Aufstieg war vergleichbar mit dem von Max Egon Becker, dem dasselbe mit seinen Autoradios gelang.

Akkord belegte in der Sparte „Kofferradio“ einen Spitzenplatz und war über die 50er-Jahre hinaus erfolgreich. Als die Röhre aus den Transportablen verbannt wurde, produzierten die Jäger-Söhne – auch nach der Auflösung der Offenbacher GmbH im Jahr 1967/68 – in ihren pfälzischen Werken noch viele Transistormodelle.

Nach und nach veräußerte erst der eine, dann der andere Bruder seine Anteile an den Bosch-Konzern. Der war am Fertigungszweig „Computer“ interessiert, nahm jedoch von der Fortführung dieser Produktion Abstand, nachdem entsprechende Vereinbarungen mit Siemens getroffen worden waren. Blaupunkt fertigte im Werk Landau u.a. Heim-Empfänger, während das Werk Herxheim 1972 an die Firma Wega ging. Das Fellbacher Unternehmen gründete eigens die Tochtergesellschaft „Wega-HiFi-GmbH“, die dort – wie der Name schon sagt – bis etwa 1979 HiFi-Geräte produzierte.

Unter den Sammlern, die sich auf sogenannte „Henkelware“ spezialisiert haben, bilden Akkord-Fabrikate einen Schwerpunkt. Modelle mit Schiebetürchen dürfen ebensowenig fehlen, wie solche mit Kroko- und Schlangenleder-Imitaten