Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild
Afra
Firmengeschichte

Die im September 1923 in Berlin gegründete Afra = Aktiengesellschaft für Radio-Apparatebau zählt zu den 16 ältesten Produzenten der Branche. Am 9.10.1923, also noch vor dem Sendebeginn des Berliner Rundfunks hatte sie die RTV-Zulassung und stellte 1924 ihre Empfänger auf der Leipziger Frühjahrsmesse aus. Vom Detektor- bis zum Vierröhren-Apparat (drei HF-Verstärkerstufen und Audion) reichte das Angebot. Im Mittelpunkt desselben stand der pultförmige Zweiröhrenempfänger R.E.2 in Kombination mit einem Unterbau, der den Zweiröhren-NF-Verstärker N.V.2 enthielt. Verbunden wurden die beiden „schnurlos“, d.h. durch Stecker im Verstärker- und Buchsen im Empfangsteil.

Bei „Nesper“ findet man ihn (im Radio-Amateur 6. Aufl. 1925) und bei Kappelmayer (in Radio im Heim 1924) mit folgender Beschreibung: „Der Afra-Zweiröhren-Empfänger ist ein Sekundärempfänger und besitzt als solcher eine größere Selektivität als Primärempfänger. Der Sekundärkreis stellt in vorliegendem Falle einen Sperrkreis dar, der bei Veränderungen der elektrischen Dimensionierung des Antennenkreises den Empfang mit höheren Wellen als 700 m verhindern soll. Um den Energieverlust infolge des Streuflusses herabzusetzen, wird die Koppelung beider Kreise fest ausgeführt“.

1924 war das Berliner Unternehmen mit diesem Modell überregional bekannt. Daß dennoch der Verkauf zu wünschen übrig ließ, vermuten wir deshalb, weil heute kaum mehr ein Exemplar zu finden ist. Auch von einem Nachfolgemodell ist nichts bekannt – die Afra scheint bereits Ende des Jahres 1925 vom Markt verschwunden zu sein.