Historische Radios - Eine Chronik in Wort und Bild
Aeriola
Firmengeschichte

Auf der Funkausstellung im Dezember 1924 war die Berliner „Aeriola-GmbH“ noch nicht vertreten, vermutlich befand sie sich gerade in der Gründungsphase. Um so schneller vollzog sich ihr Aufstieg.

Mit einfachen Flachgeräten – beginnend beim Detektorapparat Radio-Baby – eroberte sie rasch den Markt und schon 1925 ließ Aeriola verlauten, daß 30.000 Apparate das Haus verlassen hätten. Ob's auch stimmt? Sicher wurden die Geräte hinzugerechnet, die der Radio-Fabrikant Walter Kersten schon vor Gründung der Aeriola verkauft hatte. Auch wenn es weniger gewesen sein sollten, jedenfalls schien das Unternehmen mit dem Verkauf der billigen Ein- bis Vierröhrengerätchen (1925/26 alle mit außen aufgesteckten Spulen und Röhren) Gewinn zu machen.

Ihr Absatz beschränkte sich nicht auf das Inland. Die Berliner GmbH war auch im Export erfolgreich, zum Beispiel in Österreich. Dort verkaufte die Minerva-Radio zahlreiche Aeriola-Geräte, allerdings nur im Jahr 1925.

Von Ausnahmen abgesehen – z.B. Type E 11 im Steilpultgehäuse – blieb Aeriola (bis 1927) bei der offenen Bauform. Das 1926/27 erschienene Modell Duplex 1 konnte wahlweise mit Ein- oder Zweifachröhren betrieben werden. Mit zwei Duotronröhren war das Zweikreisgerät Duplex 2 bestückt.

Als vermutlich letztes Modell kündigte Aeriola „den neuen Schlager Type FORT“ an. Der etwas seltsame Gerätename für den Zweiröhren-Netzanschlußempfänger wurde dem Werbespruch: „FORT mit der Anode, mit der Antenne, mit dem Akkumulator, mit der Erde“ entnommen. In die Kataloge kam weder dieses Gerät, noch eine andere Aeriola – Neuentwicklung. Ihre besten Jahre hatte die Firma schon 1926 hinter sich gelassen.

Wo all die Detektor- und Röhrenapparate fabriziert wurde, ist unklar. Möglicherweise war Aeriola, die sich „Fabrik für Radioapparate“ nannte, gar keine Produktions-, sondern eine Vertriebsfirma wie etwa Allradio, welche die Schuchhardt-Erzeugnisse verkaufte. Sicher ist nur, daß der Berliner Fabrikant Walter Kersten Aeriola-Geräte fertigte.

Schon im Juni 1922 hatte Kersten mit dem Bau von Empfangsgeräten begonnen und im ersten Produktionsjahr 400 Apparate exportiert; 4000 im Folgejahr. 1924 offerierte er seine Erzeugnisse auf der Berliner Funkmesse. Neben Guido Langenberg zeichnete Walter Kersten als Geschäftsführer der Aeriola GmbH.

Im „Radiohändler“ vom August 1926 konnte man lesen, daß nun 70.000 Aeriola-Empfänger das Haus verlassen hätten und täglich weitere 500 Stück gefertigt würden. Der Abstieg muß steil gewesen sein – 1928 verschwand das Fabrikat und es erlosch auch die Telefunken-Bauerlaubnis.